Dienstag, 31. März 2015

Das doppelte Leid der palästinensich syrischen Sundus

Nachdem Amman, Beirut und Kairo die Einreise der kleinen Sundus verboten hatten, ist die 10 jährige Palästinenserin nach 4 Jahren endlich wieder mit ihrer Mutter in Istanbul vereint. 

Ihr Vater Palästinenser aus dem Yarmouk Flüchtlingslager in Syrien, ist verstorben als sie 2 war. Ihre Mutter ist Syrerin aus Damaskus und lebte weiterhin dort, bis der Krieg ausbrach und sie mit ihr fliehen wollte. In Amman wurde das Kind aufgrund der Tatsache, dass sie Palästinenserin ist, jedoch abgelehnt. Die verzweifelte Mutter ließ sie bei ihren Verwandten zurück, in der Hoffnung einen anderen Weg oder Land für die Einreise zu finden. Doch weder Beirut noch Kairo gaben die Erlaubnis für die Familienzusammenführung. Ägypten, Jordanien und der Libanon verweigern Palästinensern die Einreise.

Nachdem sich der palästinensische Islamrat in Istanbul für sie eingesetzt hatte, durfte sie heute endlich nach 4 Jahren zum ersten mal ihre Mutter wieder sehen. 

Das Video dazu



شاهد | وثيقة سفر فلسطينية تحرم الطفلة سندس من دخول عمان والقاهرة وبيروت مع والدتها السورية.. وإسطنبول تستقبلهما
Posted by Al Jazeera Channel - قناة الجزيرة الفضائية on Dienstag, 31. März 2015

Samstag, 28. März 2015

Rezept für Bamya - Okra mit Reis

Bamya oder Okra ist in Syrien einer der beliebtesten Gemüse und wird nicht nur da, sondern im ganzen Nahen Osten gekocht. Traditionell wird es mit Lammfleisch zubereitet. Von Ort zu Ort kann es aber variieren und mit Kalbfleisch oder auch Vegetarisch ohne Fleisch zubereitet werden. Ja nach Saison gibt es die Okraschoten frisch beim türkischen Gemüsehändler oder Araber zu kaufen. Ansonsten gibt es auch aus der Dose oder tiefgefroren. 





Rezept für Bamya mit Riz 

Ihr braucht

500 g Okraschoten
40 g Butter
300 g Lamm/Kalb/Rind 
3 Knoblauchzehen
 1 Esslöffel Gemahlener Koriander (oder auch frischen)
Salz und Pfeffer
ca. 150 m passierte Tomaten
mit ca. 100 ml Wasser 
(Fruchtfleisch aus 2-3 Tomaten)


So wirds gemacht

Freitag, 20. März 2015

Rückkehr nach Haifa - Palästinensicher Kurzroman

Da mich in letzter Zeit die Leselust auf Arabisch gepackt hat, wusste ich zuerst nicht, welches Buch ich dieses Jahr zum Welttag des Buches verlosen sollte. Also kam mir die glorreiche Idee nach der Übersetzung eines meiner letzten gelesenen Bücher zu suchen und was soll ich sagen - ich hatte Glück. Mehr Infos zur tollen Aktion "Blogger schenken Lesefreude" und zu meiner Verlosung gibt es später. Jetzt erstmal mehr zu meiner ersten "Buchrezension"

 عائيد إلى حيفا - Rückkehr nach Haifa 

Die Handlung

 "Rückkehr nach Haifa" erzählt von einem palästinensischen Ehepaar, das in den Kriegswirren von 1948 aus seinem Heim in Haifa vertrieben wird und flüchten muss. Das Baby, Khaldun, bleibt im Schockzustand zurück, während die Mutter Safiyya nach ihrem Mann Sa'id sucht. 20 Jahre später begeben sich Safiyya und Sa'id auf die Suche nach ihrem verschollenen Sohn und kommen zurück nach Haifa, nachdem sie das erste Mal dorthin reisen dürfen. Sie besuchen ihr Haus, es kommt zur Begegnung mit den neuen Bewohnern: Ein jüdisches Ehepaar aus Osteuropa hat sich dort niedergelassen. 

Fakten zum Buch

"Rückkehr nach Haifa" ist ein Meisterwerk in der palästinensischen Literatur aus dem Jahr 1969 und stammt vom Autor Ghassan Kanfani, einer der bedeutendsten arabischen Schriftsteller der Moderne. Es wurde in viele Sprachen übersetzt. Unter anderem ins Japanische, Russische, Persische, Englische, Deutsche und sogar vor wenigen Jahren ins Hebräische. Sein Kurzroman wurde 1982 verfilmt und mit verschiedenen internationalen Preisen ausgezeichnet und im Jahr 2011 auch vom syrischen Regisseur Bassel Khatib als Telenovela verfilmt. => Rückkehr nach Haifa auf Youtube In Jordanien wurde auch ein Theaterstück dazu gespielt. 

Da die Vertreibung der Palästinenser, ihr Leiden und ihr Recht auf Rückkehr immer noch ein Tabuthema für Israelis ist, sollte an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben, dass ausgerechnet zum 60-jährigen Jubiläum der Staatsgründung von Israel, eine der angesehensten Bühnen des Landes, das Cameri-Theater in Tel Aviv, dass Thema aufgriff und es trotz Boykottaufruf und großen Protesten, zu einer Aufführung kam. 

Die deutsche Übersetzung 

Die Tatsache, dass ich den Roman zu erst auf Arabisch gelesen habe, änderte nichts daran, dass es auch auf Deutsch spannend zu lesen war und das soll schon was heißen. 

Die Übersetzung hat jedoch an manchen Stellen zu wünschen übrig gelassen. ich glaube sogar, dass das beabsichtigt war, denn "Palästinenser" wird zB. pauschal mit "Araber" übersetzt. Dies wird in der Regel dann gemacht, wenn suggeriert werden soll, dass Palästinenser einfach nur Araber sind und in jedem anderen arabischen Land leben könnten. Eigene politische Ansichten sollten in einer Literaturübersetzung jedoch nichts zu suchen haben. Zudem ist diese Wortübersetzung einfach falsch.

Der Autor 

Ghassan Kanfani (* 1936 in Akka. gest. 1972 in Beirut) war ein arabischer Schriftsteller. Der Sohn eines Anwaltes floh nach der Staatsgründung Israels 1948 mit seiner Familie aus Palästina zuerst in den Libanon und bald darauf nach Syrien. Er studierte in Damaskus, ging danach als Sport- und Zeichenlehrer nach Kuweit und dann 1960 wieder in den Libanon. Dort übernahm er zunächst die Redaktion der Zeitschrift Al-Muharrir und dann der Zeitschrift Al-Hadaf. In den siebziger Jahren wurde er Sprecher der Volksfront zur Befreiung Palästinas (PFLP). Er starb 1972 durch eine vom israelischen Geheimdienst an seinem Wagen angebrachte Bombe. Schwerpunkte seines literarischen Schaffens waren die Vertreibung, der Verlust des Landes, Exil und Widerstand. 

Meine Gedanken zum Buch 

Der Roman "Wiederkehr nach Haifa" zeigt mit seiner dramatischen Familiengeschichte, symbolisch das Leiden des palästinensischen Volkes und ist deswegen auch für deutsche Leser interessant, weil es von einer Sichtweise erzählt, die in Deutschland gerne ignoriert wird. 

FAZIT: Ein empfehlenswerter Roman, den man unbedingt gelesen haben muss!

Montag, 16. März 2015

Labneh - Syrischer Frischkäse

Heute komme ich endlich dazu das Rezept für Labneh (Syrischer Frischkäse) aufzuschreiben. Es ist relativ simpel herzustellen und benötigt kaum Aufwand.
Labneh wird in Syrien zum Frühstück meistens mit Oliven, Tomaten, Gurken und schwarzen Tee gereicht. Gegessen wird es mit arabischen Fladenbrot. Auf Vollkornbrot lässt es sich natürlich auch gut streichen.



Für Labneh braucht ihr

1 kg Joghurt ( griechischer oder türkischen)
Eine Prise Salz ( ca. einen halben Teelöffel
Prise getrocknete Minze
Prise Paprikapulver
Mulltuch oder Tüte
Einmachglas
Olivenöl

So wird's gemacht






Den Joghurt salzen, in das Tuch geben und zerknoten. In einem Sieb über eine Schüssel aufhängen und für 3 Tage abtropfen lassen.


Wer mag kann auch jetzt schon die Minze und den Paprikapulver dazu mischen (Oder erst beim servieren)

Die Hände mit etwas Olivenöl befeuchten und vorsichtig eine kleine Masse zu mittelgroßen Bällchen formen.


In das Einmachglas etwas Olivenöl geben und die Bällchen übereinander geben. Zum Schluss noch einmal mit dem Olivenöl auffüllen. Ganz wichtig: Das Olivenöl muss die Bällchen immer bedecken, da es sonst schimmelt. Im Kühlschrank bis zu zwei Wochen haltbar.